Wissenschaft und Hochschulen

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • bis 2035 die Gesamtstudierendenzahl im Lande Bremen auf 40.000 erhöhen, davon 5.000 an der Hochschule in Bremerhaven.
  • keine allgemeinen Studiengebühren während des Erststudiums in der Regelzeit.
  • die Möglichkeit von Anwesenheitspflichten bei Vorlesungen und Seminaren wieder einführen.
  • den Lehramtsstudiengang `Sportpädagogik´ an der Universität wieder einführen.
  • die Verbraucherbildung und Grundsätze guter Ernährung in der Lehramtsausbildung breiteren Raum geben.
  • die Kapazitäten in den Bereichen Lehramt und Sonderpädagogik ausweiten.
  • Studienabbrecher systematischer als bisher mit den Chancen in der beruflichen Ausbildung vertraut machen.
  • die Staats- und Universitätsbibliothek sonntags öffnen.
  • die Möglichkeiten der Digitalisierung auch in der Lehre und für neue Lernformen nutzen, zum Beispiel durch attraktive Online-Vorlesungen oder eine elektronische Studentenakte
wissenschaft

Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. Die Wissenschaft mit ihrem Beitrag zur wissenschaftlichen Ausbildung durch die Lehre und ihrem Beitrag zur Innovation durch Forschung ist ein wesentlicher Motor unserer Gesellschaft. Unsere Hochschulen, außeruniversitären Forschungsinstitute und forschenden Unternehmen bilden eine wesentliche Säule unseres geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Wohlstands in Bremen und Bremerhaven und dieses mit zunehmender deutschlandweiter und internationaler Ausstrahlung. Bremen hat sich über die letzten dreißig Jahre exzellente Strukturen in den fünf Landeswissenschaftsschwerpunkten Meereswissenschaften, Materialwissenschaften, Informations- und Kommunikationswissenschaften, Sozialwissenschaften und Gesundheitswissenschaften aufgebaut. In Bremerhaven sind ebenfalls wissenschaftliche Strukturen, z.B. in der Meeresbiologie, entstanden, die internationalen Ruf genießen. Die öffentliche Hand in Bremen hat dieses in der Vergangenheit leider nicht immer ausreichend unterstützt. Die Grundfinanzierung liegt im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz und die Versorgung, z.B. mit Wohnheimplätzen für Studierende, auf dem Vorletzten. Mit der Einführung einer sog. Zivilklausel besteht für unsere Hochschulen ein bürokratisches Hindernis, dass die überregionale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Unser Ziel ist die wissenschaftliche Unabhängigkeit und Autonomie der Hochschulen, die Anhebung der Grundfinanzierung der Hochschulen auf den Bundesdurchschnitt auch mit Unterstützung des Bundes, die wissenschaftliche Nachwuchssicherung durch eine Verbesserung der Bedingungen, ein Abbau des Sanierungsstaus bei der wissenschaftlichen Infrastruktur und eine breitere Rückkehr in die ‚Exzellenz‘ als zurzeit.
  2. Wissenschaft braucht gute Rahmenbedingungen und zwischen Hochschulen und Politik gemeinsame und entschiedene Impulse für die Zukunft. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Wissenschaftsplanung wollen wir
    1. bis 2035 die Gesamtstudierendenzahl im Lande Bremen von ca. 33.000 auf 40.000 erhöhen, wobei wir für die Stadt Bremerhaven eine Steigerung der Zielzahl von ca. 3.000 auf 5.000 Studentinnen und Studenten nachdrücklich anstreben,
    2. die Machbarkeit eines Studienganges ‚Medizin‘ prüfen und zusätzliche Angebote in den Bereichen Soziales und Gesundheit auf den Weg bringen,
    3. das Angebot an exzellenter praxisnaher Ausbildung von Softwareentwicklern in Bremen ausbauen,
    4. im Bereich der ‚künstlichen Intelligenz‘ in einer engen Verbundenheit von wirtschaftlicher Praxis und wissenschaftlicher Forschung einen Schwerpunkt in einer Schlüsseltechnologie der Zukunft setzen,
    5. den Lehramtsstudiengang `Sportpädagogik´ an der Universität wieder einführen,
    6. die Kapazitäten in den Bereichen Lehramt und Sonderpädagogik ausweiten,
    7. das Feld der hochschulischen Weiterbildung stärken, um Angebote im Sinne des lebenslangen Lernens, auch unter Nutzung digital unterstützter Lernformate, den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ansprüchen entsprechend auszubauen,
    8. das unterstützende Umfeld von Forschung und Lehre zeitgemäß entwickeln und z.B. für die Staats- und Universitätsbibliothek eine Sonntagsöffnung vorsehen,
    9. den bürokratischen Aufwand, z.B. bei Forschungsanträgen und Dokumentationen, reduzieren sowie notwendige Vorschriften transparenter und anwendungsfreundlicher gestalten,
    10. die überregionale wissenschaftliche Zusammenarbeit, z.B. der Meeresbiologie im Rahmen der ‚Deutschen Allianz für Meeresforschung‘, fördern, um Fähigkeiten und Mitteleinsatz zu bündeln und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes ‚(Nord-)Deutschland‘ insgesamt zu stärken, und
    11.  das Wissenschaftsmarketing mit einer einheitlichen Gesamtstrategie neu aufstellen, um Bremen und Bremerhaven mit seinen akademischen Strukturen und Potentialen national wie international besser sichtbar zu machen, um so auch in Zukunft junge Menschen und Spitzenforscher für Bremen und Bremerhaven begeistern zu können.
  3. Digitalisierung und Internationalisierung werden insbesondere die Forschung und Lehre an unseren Hochschulen verändern und den notwendigen Veränderungsprozess studiengangübergreifend prägen. Es wird darauf ankommen, sich im überregionalen Vergleich ‚an die Spitze der Bewegung‘ zu stellen und die Möglichkeiten der Kooperation untereinander, aber auch überregional zum gegenseitigen Nutzen zu intensivieren. Die Digitalisierung wird die Möglichkeiten der klassischen Präsenzlehre um virtuelle Hochschulen und Lehrveranstaltungen oder auch einen ‚digitalen Campus‘ erweitern, das ‚E-Learning‘ z.B. im Rahmen der hochschulischen Weiterbildung auf eine neue Grundlage stellen, die Hochschul- und Prüfungsverwaltung effektiver machen und die Möglichkeiten zu internationalen, auch mehrsprachigen Studienangeboten eröffnen. Gemischte Formen der Lehre (‚Blended Learning‘) können sicherstellen, dass die Chancen und Möglichkeiten unterschiedlicher Lernebenen miteinander kombiniert werden und sich gegenseitig ergänzen. Darüber hinaus versprechen wir uns davon einen noch effektiveren Wissenschaftsaustausch und eine schnellere Verfügbarkeit von Medien. Wir wollen die Digitalisierung in der Hochschullandschaft zu einem Leuchtturmprojekt für Bremen und Bremerhaven werden lassen.
  4. Vom Wissenschaftstransfer, z.B. durch den Technologiepark an der Universität Bremen, hat unsere Stadt nicht zuletzt durch vielfältige und qualifizierte Arbeitsplätze profitiert. Die Wertschöpfung von Entwicklung, Produktion und über den Handel zum Verbrauch wird umso effektiver, je mehr es uns gelingt dieses in und um Bremen und Bremerhaven herum zu bündeln. Wir wertschätzen diesen wirtschaftlich wichtigen Beitrag der (öffentlichen) Hochschulen ebenso wie den regionalpolitisch unverzichtbaren Beitrag der Jacobs-University für Bremen-Nord. Hier wollen wir die regionale Ansiedlung von kooperierenden Unternehmen weiter intensivieren. Die Zusammenarbeit der Hochschulen in Bremen, unabhängig von der Trägerschaft, wollen wir untereinander, aber auch in Richtung Wirtschaft, Handel und Handwerk weiter intensivieren. Wir versprechen uns davon nicht nur eine höhere Durchlässigkeit zwischen Beruf, Ausbildung und Studium oder auch verbesserte Zusammenarbeit bei Promotionen. Nach dem Grundsatz ‚Nicht jede Hochschule muss jeden Studiengang anbieten‘ wird dieses und eine Initiative zur verstärkten länderübergreifenden Kooperation auch zu einem noch effektiveren Ressourceneinsatz beitragen.
  5. Die Qualität von Wissenschaft hängt maßgeblich von der Kompetenz des wissenschaftlichen Personals und der Fähigkeit ab, qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden und/oder anzuziehen. Dazu bedarf es guter Rahmenbedingungen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Wir werden
    1. die Versorgungsquote mit für Studentinnen und Studenten bezahlbaren Wohnheimplätzen an einem langfristigen Bedarf ausrichten,
    2. die notwendige Sanierung der Hochschulen mit einer weiteren Verbesserung der ‚Campus-Atmosphäre‘ und der regionalen Versorgung verbinden, wozu für uns auch eine zukunftsfähige Ausstattung des Studierendenwerkes in Bezug auf u.a. Personal und Räumlichkeiten gehört, und
    3. die Verhältnisse von im Wissenschaftsbereich Beschäftigten, insbesondere im Mittelbau, mit dem Ziel verbessern, mehr Transparenz und Verlässlichkeit durch mehr Dauerbeschäftigung zu erreichen.
  6. Studienplätze in Bremen und Bremerhaven müssen grundsätzlich für jede und jeden zugänglich sein, der die notwendigen Eingangsqualifikationen mitbringt. Allgemeine Studiengebühren während des Erststudiums in der Regelzeit lehnen wir ab. Wir unterstützen aber Angebote in der hochschulischen Weiterbildung, die einen Beitrag zur Kostendeckung leisten und wir wollen es den Hochschulen freistellen, von Nicht-EU-Ausländern Studienbeiträge in angemessener und für die Beteiligten zumutbarer Höhe zu fordern. Hochschulen leben vom Austausch und Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden. Im rot-grünen Verbot von Anwesenheitspflichten bei Vorlesungen und Seminaren sehen wir daher eine Fehlinterpretation studentischer Freiheit und werden das Hochschulgesetz wieder ändern.