Pflege

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • die Zuständigkeit für die Gesundheits- und die Altenpflege in einem Ressort zusammenfassen.
  • für eine verbindliche Personaluntergrenze in allen Einrichtungen der Pflege und eine  Fachkraftquote von 50% in Altenpflegeeinrichtungen eintreten.
  • die Möglichkeiten der ambulanten Pflege, der Kurzzeitpflege und der stationären Pflege in der gesamten Fläche unserer Städte sicherstellen.
  • einen Pflege-Beauftragten einsetzen.
  • im April 2020 insgesamt 1000 Pflege-Ausbildungsplätze zur Verfügung haben.
pflege

Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. Zeitgemäße Pflege muss ein Leben in Würde und möglichst weitgehender Selbstständigkeit durch vielfältige Angebote der ambulanten, der stationären sowie der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sicherstellen. Die qualitativen und quantitativen Herausforderungen des Angebotes zur Verfügbarkeit einer ausreichenden Zahl von Plätzen und zur Sicherung der immer drängender werdenden Frage des Fachkräftebedarfs in diesem Bereich, erfordern es für uns, die Zuständigkeit für die Gesundheits- und die Altenpflege in einem Ressort zusammenzufassen und durch einen speziell Verantwortlichen führen zu lassen. Diesem Verantwortlichen wollen wir einen gesondert zuständigen Beauftragten an die Seite stellen, der die Interessen der zu Pflegenden vertritt und ein Beschwerdemanagement für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen aufbaut.
  2. Die in der Pflege zu lösenden Fragen sind vielfältig. Zu berücksichtigen sind die Interessen der zu Pflegenden, der Pflegekräfte, der Einrichtungen, der Pflegekassen und derjenigen, die in diesem Bereich für Leitungs-, Organisations-, und Aus- und Weiterbildungsfragen zuständig sind. Als CDU Bremen wollen wir den in der Pflege Beschäftigten die Möglichkeit geben sich selbst zu organisieren, wenn sie das möchten. Sofern von den Pflegenden mit einer deutlichen Mehrheit gewünscht, setzen wir uns für eine Pflegekammer ein. Wir werden dabei sicherstellen, dass die Pflegenden keinen doppelten Kammerbeitrag zahlen.
  3. Pflege ist insbesondere eine Dienstleistung von Mensch zu Mensch. Eine angemessene personelle Ausstattung der Einrichtungen und eine bedarfsgerechte offensive Neuausrichtung der Nachwuchsgewinnung und -förderung sind deshalb zentrale politische Anliegen. Einer höheren Wertschätzung der Leistungen des in der Pflege und Betreuung tätigen Personals muss auch eine angemessen zu steigernde Bezahlung entsprechen. Wir treten deshalb für verbindliche Personaluntergrenzen in allen Einrichtungen ein und wollen die Betreuungsrelationen verbessern. Eine Fachkraftquote von 50% in Altenpflegeeinrichtungen darf nicht unterschritten werden. Die Ergebnisse der bundesweiten Studie zur Fachkraftquote in der Pflege, die 2020 vorliegen sollen, werden wir auswerten und berücksichtigen. Insbesondere in der Nacht ist dringend ein höherer Personalschlüssel unter Berücksichtigung der Schwere der Fälle umzusetzen. Die die Standards in der Pflege überwachende Wohn- und Betreuungsaufsicht ist personell so auszustatten, dass auch die gesetzlich vorgegebenen Prüfungen regelhaft durchgeführt werden können. Technische Unterstützungsleistungen, die es inzwischen gibt, wollen wir, wo möglich, in das System einbinden, um die Qualität in der Pflege zu erhöhen und um alle Möglichkeiten zur Entlastung des Pflegepersonals zu nutzen.
  4. Der Nachwuchsförderung und Gewinnung für die qualifizierte Pflege wird ein Hauptaugenmerk zukommen müssen. Die ehrgeizigen Ziele in diesem Bereich werden es erfordern, die Kompetenzen der Pflegeschulen zu bündeln und trotzdem Kapazitäten gleichzeitig in Bremen und Bremerhaven vorzuhalten. Dazu wollen wir sicherstellen
    1. zu Beginn der generalistischen Pflegeausbildung im April 2020 insgesamt 1000 Ausbildungsplätze zur Verfügung zu haben und diese Zahl in der Zukunft ggf. bedarfsgerecht anzupassen. Darüber hinaus werden wir 50 schulische Plätze für Hilfskräfte anbieten, die sich zu Fachkräften weiterentwickeln wollen,
    2. eine Weiterqualifizierungsoffensive für derzeitige Pflegehilfskräfte auf den Weg zu bringen und gleichzeitig die allgemeinen Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten zu stärken, um das Berufsbild im Allgemeinen für junge Menschen attraktiver als bisher zu gestalten,
    3. dass das Verhältnis von Lehrenden zu Auszubildenden in der Pflegeausbildung 1:15 nicht überschreitet,
    4. den primärqualifizierenden Studiengang ‚Pflege‘ an der Hochschule Bremen nachdrücklich zu unterstützen sowie durch Pflegekompetenzzentren in Bremen und Bremerhaven Ausbildung, medizinische Angebote und soziale Dienste ganzheitlich weiterzuentwickeln, und
    5. die Bedingungen für die Anwerbung und Integration in den Pflegedienst dadurch zu verbessern, dass der Anerkennungsprozess vergleichbarer ausländischer Qualifikationsnachweise nicht länger als zwei Monate dauert.
  5. Eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft ist die Zunahme demenzieller Veränderungen, insbesondere bei älteren Menschen. Die Begleitung und Pflege eines Menschen mit Demenz stellt Angehörige und Pflegekräfte vor besondere Herausforderungen. Während heute noch ca. 70 Prozent der Betroffenen Zuhause versorgt werden, wird sich dieser Anteil in den nächsten Jahren aufgrund der steigenden Zahl älterer Menschen und mit zunehmenden Singlehaushalten verringern. Zeitgleich wird auch die Anzahl der demenziell Veränderten zunehmen. Unser Ziel ist es neue innovative Versorgungskonzepte für demenzielle veränderte Menschen zu entwickeln und entsprechende Projekte gemeinsam mit interessierten Trägern zu realisieren. Das Selbstbestimmungsrecht der Gepflegten steht dabei für uns an erster Stelle. Die bisherige Praxis der Pflegeeinrichtungen in der Form ein „Öffnung zum Stadtteil“ und der damit verbundenen Sensibilisierung des Lebensumfelds mit dem Thema Demenz wollen wir weiter fördern.
  6. Eine besondere Bedeutung hat für uns die Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Die haupt- und ehrenamtliche Tätigkeit der Menschen in den Hospizen unterstützen wir mit besonderem Respekt. Wir werden sicherstellen, dass auf der Grundlage einer Bedarfsplanung jeder und jede, der oder die es wünscht, einen Platz in einem Hospiz oder einer Palliativstation bekommt. Eine angemessene Sterbebegleitung wollen wir auch in Pflegeheimen und, wenn Menschen dieses wünschen, im Rahmen von Kurzzeitpflegeplätzen sicherstellen.