Kinder

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem ersten Kindergartenjahr bis zum Schulabschluss schaffen.
  • die Kita-Finanzierung auf ein Gutschein-System umstellen.
  • Tagespflegepersonen gerechter als bisher bezahlen, so dass mindestens der Mindestlohn erreicht wird.
  • Kinderbetreuungszeiten in Kitas flexibilisieren und auch im Krankheitsfall eines Kindes Betreuungsmöglichkeiten verfügbar machen.
  • Alleinerziehenden mit bei der Zuweisung von Kita- und Ganztagsschulplätzen im Zweifel den Vorrang geben.
  • Kindergärten zu Einrichtungen der frühkindlichen Bildung entwickeln.
  • für saubere und sichere Spielplätze sorgen.
kinder

Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. In Bremen gibt es endlich wieder mehr Kinder. Wir wollen einerseits die Elternkompetenz und –verantwortung in der Erziehung ihrer Kinder stärken, und, wo nötig, auch einfordern. Es ist uns andererseits ein besonderes Anliegen, dass die öffentliche Hand, etwa im Kita-Platzangebot, qualitativ und quantitativ endlich ihre Aufgaben und ihre Versprechen in Zusammenarbeit mit Kita-Bremen, aber auch durch die Unterstützung durch freie und kirchliche Träger, einlöst und umsetzt. Für uns ist es Ausdruck von Elternverantwortung, dass dieses Angebot, wenn nicht individuelle Gründe entgegenstehen, auch angenommen und Kindern der Besuch der Kita ermöglicht wird. Diese gemeinsame Verantwortung ist ein Kinderrecht, das in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieft ist und Maßstab unseres Handelns sein muss. Und wir wollen dazu nicht nur jedem Kind einen Kita-Platz garantieren, wir wollen diese als Bildungseinrichtungen mit ständig zunehmender Bedeutung wertschätzen und weiterentwickeln. Wir unterstützen die Bemühungen des Bundes, durch das ‚Gute-Kita-Gesetz‘ auch Bremen und Bremerhaven bei der Umsetzung dieser zentralen Zukunftsaufgaben zu stärken. Wir werden die Möglichkeiten dieser neuen Rechtslage, z.B. hinsichtlich der von uns für unsere beiden Städte durchgesetzten Beitragsfreiheit, offensiv nutzen und in einem Landesgesetz durch verbindliche Standards für Qualität und Angebotsbreite, Finanzierung und Ausstattung für Bremen und Bremerhaven verbindlich und transparent ausgestalten. Um den vorschulischen Charakter des Kita-Besuches zu unterstreichen und zu realisieren, werden wir das letzte Kita-Jahr verbindlich gestalten.
  2. Die Bedeutung der Familien für die Gesellschaft muss sich auch in einem veränderten Behördenhandeln widerspiegeln. Dazu müssen nach unserer Auffassung familiennahe Dienstleistungen des Staates in einem ersten Schritt mindestens innerhalb der gesetzlich vorgeschrieben Zeit bearbeitet und beschieden werden. Probleme insbesondere in der Elterngeldstelle, der Elternbeitragsstelle, der Wohngeldstelle beim Unterhaltsvorschuss oder beim Standesamt gehen am Ende zu Lasten der Familien und hier insbesondere zu Lasten der Jüngsten und sind nicht länger akzeptabel. Durch prioritäre Reorganisation und Digitalisierung wollen wir in einem zweiten Schritt diese Bereiche so weit wie möglich zusammenfassen, die Antragsstellung vereinfachen und den Datenfluss zu Gunsten der Bearbeitungszeiten standardisieren und beschleunigen.
  3. Unser Ziel bleibt es, die Organisation von Wahl, Anmeldung und Finanzierung durch den ‚Kita-Gutschein‘ transparenter, direkter und einfacher zu gestalten und damit von der objekt- hin zur kindesbezogenen Förderung umzustellen. Diese Veränderungen wollen wir inhaltlich zu einer Entwicklung von weniger ‚Betreuung‘ hin zu mehr (vorschulischer) Bildung nutzen, denn vorschulische Bildung ist für uns der zentrale Ansatz, Defiziten in der frühkindlichen Erziehung früher entgegenzutreten und so die Voraussetzungen für mehr Bildungschancen und –gerechtigkeit unabhängiger als bisher von Herkunft und sozialem Umfeld zu schaffen. Gleichzeitig wollen wir das Angebot so gestalten, dass es einen zeitgemäßen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zu mehr Unabhängigkeit insbesondere der Frauen in ihrer Lebensplanung führt. Dazu wollen wir
    1. einen durchgängigen Betreuungs- und Bildungsanspruch in der Kita und der (Ganztags-) Schule verbindlich und flächendeckend aufwachsend ab 2020 sicherstellen,
    2. eine ganzjährige Aufnahme in Kindertageseinrichtungen gewährleisten. ‚Platzsharing‘, wo gewünscht, ermöglichen und eine ganzjährige Anpassung der Aufenthaltszeiten an die tatsächlichen Bedürfnisse der Familien einführen,
    3. in allen Stadtteilen Angebote entwickeln und mit konkreten Platzzahlen unterlegen, die Aufenthaltszeiten in der Kita außerhalb der sonst üblichen Öffnungszeiten und am Wochenende beinhalten,
    4. insbesondere die Kita’s in sog. sozialen Brennpunkten weiter stärken und dafür sorgen, dass die durch die Inklusion entstandenen zusätzlichen personellen Bedarfe an der tatsächlichen Zahl der Kinder bemessen werden, und
    5. zur Absicherung der Qualität der Kita-Arbeit auf der Grundlage verbindlicher Kriterien und in Zusammenarbeit mit den Kita-Trägern einen unabhängigen ‚Kita-Tüv‘ in Bremen und Bremerhaven einführen.
spielgeld
  1. Frühkindliche Bildung und -betreuung wird in großem Umfang durch Tagespflegepersonen wahrgenommen. Es ist für uns ein Ausdruck von Anerkennung dieser unverzichtbaren Arbeit, dass Tariferhöhungen und Anpassungen für andere Tagesbetreuungseinrichtungen zukünftig vollumfänglich und zeitgleich für diesen Bereich übernommen wird. Das Vergütungsmodell für Tagespflegepersonen muss so weiterentwickelt werden, dass ein Einkommen mindestens auf der Grundlage des Mindestlohnes erzielt werden kann, und mobile oder zu besonderen Zeiten geleistete Dienste gesondert honoriert werden. Darüber hinaus wollen wir auch das Angebot der Qualifizierung sowie der Fortbildung für die hier Tätigen erweitern und finanziell unterstützen.
  1. Kinder und Jugendliche brauchen Platz. Wir wollen dazu sichere und saubere Plätze zum Spielen, Räume mit Aufenthaltsqualität etwa für gemeinsame Aktivitäten oder auch für gemeinschaftliche sportliche Interessen. Wir wollen insbesondere
    1. den Zustand öffentlicher Spielflächen durch auskömmlich finanzierte Pflege und Instandhaltung, aber auch durch verstetigte Kontrollen verbessern, in die wir auch die privat-hausnahen Spielflächen einbeziehen werden,
    2. die Unterfinanzierung der Jugendeinrichtungen beenden und das Konzept zur ‚offenen Kinder- und Jugendarbeit‘ mit mindestens 20% mehr an finanzieller Unterstützung als bisher auskömmlich ausstatten, und
    3. die eigenverantwortliche Arbeit der Jugendverbandsarbeit stärken, indem wir die Möglichkeiten durch die Ehrenamtskarte für Jugendliche erweitern und den internationalen Rahmen zukünftiger Jugendarbeit fördern, und
    4. in den Ortsteilen und Bereichen, wo es keine Spielflächen gibt, neue einrichten.
  2. Unser Ziel ist ein familienfreundliches Bremen und Bremerhaven. Hierzu wollen wir je ein Familienzentrum in der Mitte unserer Städte mit einem niedrigschwelligen Angebot für alle Lebenslagen unter einem Dach einrichten. Dadurch soll einerseits Familienförderung als Querschnittsthema zusammengeführt, die ‚Wege‘ verkürzt und die ‚Reichweite‘ von Beratung erhöht werden. Andererseits wollen wir möglichst viele öffentliche und nichtöffentliche soziale Träger unter einem Dach zusammenführen, um die Effektivität und Transparenz der Angebote zu verbessern und zu bündeln.
  3. Wir wollen, dass Eltern und öffentliche Einrichtungen, nicht zuletzt das Jugendamt, eine gelingende Kindeserziehung gewährleisten, die die Interessen der Kinder im Zweifel prioritär im Auge hat. Wenn den Eltern dieses in diesem Sinne  nicht oder zeitweise nicht gelingt, ist ein konsequentes Eingreifen des Staates unerlässlich. Kindeswohlgefährdung durch Gewalt, Missbrauch, Drogen oder soziale Vernachlässigung sind völlig inakzeptabel und müssen so schnell wie möglich beendet werden. Wir wollen Eltern dahingehend unterstützen und notfalls mit den Mitteln des Staates durchsetzen, dass Kinder in einer drogenfreien Umgebung aufwachsen können, zugeneigte Betreuung erhalten und stets eine den Bedürfnissen von Kindern entsprechende Versorgung, gesundheitliche Fürsorge und Ernährung sichergestellt ist. Dazu werden wir einerseits das Jugendamt so strukturieren und personell ausstatten, dass es den eher zunehmenden Herausforderungen jederzeit gerecht werden kann. Andererseits werden wir nachdrücklich die wertvolle ehrenamtliche Arbeit in diesem Bereich, z.B. des Kinderschutzbundes, unterstützen, deren Angebote zur Hilfe für Kinder und Jugendliche unverzichtbar geworden sind.
  4. Zum Schutze des Kindeswohles werden wir alle Anstrengungen unternehmen, um die Schließung von Kinderehen zu verhindern. Für den Fall, dass es dafür schon zu spät sein sollte, setzen wir alles daran solche widerrechtlich geschlossenen Ehen aufzuheben und die Kinder aus der Ehegemeinschaft herauszuholen.