Bildung

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • die schulische Bildung in ihrer Qualität verbessern und bei überregionalen Vergleichsstudien in den kommenden zehn Jahren mindestens die durchschnittlichen Kompetenzwerte der anderen Stadtstaaten erreichen.
  • Kindergärten zu Einrichtungen der frühkindlichen Bildung entwickeln.
  • einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem ersten Kindergartenjahr bis zum Schulabschluss schaffen.
  • das zweigliedrige Schulsystem mit Oberschulen und Gymnasien erhalten.
  • eine Unterrichtsgarantie und Vertretungsstunden nur noch durch Fachkräfte abdecken.
  • die Personalausstattung der Schulen auf 105 % bringen und den Unterrichtsausfall reduzieren.
  • Fachfremd erteilten Unterricht deutlich zurückführen.
  • die Ausgaben pro Schüler an den Durchschnitt der Länder anpassen.
  • das digitale Klassenbuch flächendeckend einführen.
  • auf den Zeugnissen ab der dritten Klasse auch Ziffernnoten vergeben.
  • An der ‚dritten Sportstunde‘ festhalten und den praxisorientierten Unterricht stärken.
  • Inklusion an Schulen dort umsetzen, wo die personellen und räumlichen Voraussetzungen gegeben sind.
  • schnellstmöglich die Übernahme der Kosten durch das Land für jegliches nichtunterrichtende Personal in den Schulen Bremerhavens umsetzen.
  • dem Ressort Kinder und Bildung auch die Zuständigkeit für Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche und Familien sowie die Fort- und Weiterbildung übertragen.
  • die Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit an Gymnasien als Standard.
  • stärker als bisher außerschulische Lernorte, wie kulturelle Einrichtungen, landwirtschaftliche Betriebe, Naturreservate etc., nutzen.
schreiben-lernen

Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. Bildung ist das wichtigste Thema für Gegenwart und Zukunft und ein politischer Kernbereich für die individuelle, aber auch für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land. Einerseits ist sie durch erworbene Qualifikationen, Kompetenzen, Motivationen und Einstellungen in einem technologie-, innovations- und exportorientierten Land die wichtigste Ressource. Andererseits wird Bildung in Bremen, im Gegensatz zu ihrer Bedeutung, als das Politikfeld mit den größten Defiziten wahrgenommen. Regelmäßig letzte Plätze in überregionalen Vergleichen trotz des Engagements der Lehrkräfte sind nicht nur ein über Bremens Grenzen weit hinaus gehendes negatives Signal für den Standort Bremen, es sind in erster Linie systematisch schlechtere Chancen für unsere Kinder. Spätestens im Wettbewerb um Ausbildungs- und Studienplätze zeigt sich, dass Nachteile in der Bildung zutiefst ungerecht und unsozial sind, denn es kommt hinzu: Nirgends sind die Bildungschancen so abhängig vom sozialen Status der Eltern wie in Bremen und Bremerhaven. Für die CDU-Bremen ist das ‚Politikfeld‘ Bildung ‚Das Thema‘ der vor uns liegenden Legislaturperiode. Und dabei geht es auch um die Sicherung der wirtschaftlichen Interessen sowie der Attraktivität des Standortes oder um die präventive Bekämpfung von Armutstendenzen durch bessere Bildungsvoraussetzungen. Als Schwerpunkt politischer Zukunftsverantwortung wollen wir jedem Kind die individuell beste Bildung als wesentliche Voraussetzung für gerechte berufliche Chancen und gelingende soziale Beteiligung mit ‚guter Schule‘ bieten. Dieses ist nicht zuletzt auch eine Frage gesellschaftlicher Gerechtigkeit und Stabilität. Dabei wird es nicht nur um das ‚Was‘ gehen. Insbesondere das ‚Wie‘ der Bildungspolitik, die Umsetzung nach klaren Zielvorgaben und gemeinsam mit den Schulen wird die Bisherige von der zukünftigen Politik unterscheiden. Wir sind der Auffassung: Wir benötigen eine Wende in der Bremischen Bildungspolitik.
  2. Bildung ist für uns aber mehr als die Vermittlung von Kompetenzen. Mathematik, Deutsch und Englisch werden ihre grundlegende Bedeutung in unserem Bildungsverständnis behalten. Bildung ist insbesondere in schnelllebigen Zeiten darüber hinaus aber die Erziehung zu einer werte- und normbewussten Haltung, zu Neugier auf eine sich (digital) verändernden Zukunft, zu beruflicher Orientierung, Leistungsbereitschaft und Motivation, zu sozialem Verhalten und Engagement und zur Fähigkeit sowie Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Lernen in allen Phasen des Lebens muss sich in einer gebündelten Ressortverantwortung wiederspiegeln. Neben der weiteren Integration der frühkindlichen Bildung wollen wir auch die staatlichen Organisationen dem Ressort ‚Kinder und Bildung‘ zuordnen, die im Bereich der Fort- und Weiterbildung systematische Angebote machen wie z.B. die Volkshochschule. Und wir wollen nicht nur eine veränderte Orientierung und Haltung in der Bildungspolitik: Bildung muss den Leistungsgedanken wertschätzen und in einer Kultur der Leistungsorientierung an unseren Schulen durch ein gleichberechtigtes ‚Fördern und Fordern‘ umsetzen. Wir wollen eine Bildungspolitik, die die Herausforderungen der Innovation und der Digitalisierung offensiv aufnimmt und zu wesentlichen Gestaltungselementen zukünftiger Bildung macht. Denn Digitalisierung ist mehr als eine technische Innovation: Sie eröffnet Chancen und Möglichkeiten für ein individuelleres und ein anderes Lernen, die, wenn sie richtig genutzt und eingesetzt werden, nicht nur zur Effektivität von Schule, sondern auch zu mehr Gerechtigkeit von Bildung beitragen können.
  3. Wir sehen den jüngst fortgesetzten Bildungskonsens, der 2008 bereits zu wesentlichen Übereinkünften zur Struktur des Bremischen Bildungssystems geführt hat, als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Verbesserungen im Feld Bildung an. Trotz struktureller Stabilität hat Bremen den Anschluss an die anderen Bundesländer verloren. Ein ‚Weiter-So‘ war und ist keine Option. Als politische Kraft mit gestalterischem Anspruch ist es ein wesentlicher Erfolg, aus der Opposition heraus mit für Kontinuität in der Struktur, aber insbesondere für wesentliche und substantielle Verbesserungen für unsere Schulen gesorgt zu haben, die wir vor Überforderungen schützen müssen. Besonders wichtig ist für uns u.a.
    1. die Erhaltung der Zweigliedrigkeit des Schulwesens und die bedarfsgerechte Entwicklungsfähigkeit aller Schularten. Das heißt für uns: Wir werden quantitativ und regional Oberschulen und Gymnasien nach den Wünschen der Schülerinnen und Schüler und der Eltern so weiterentwickeln, wie es sich in den ‚Anwahlzahlen‘ und in der Struktur der ‚Regel-Standardbewertungen‘ widerspiegelt. Jedes Kind über dem Regelstandard hat nach unserer Auffassung einen Anspruch auf einen Platz an einem durchgängigen Gymnasium, wenn es dieses gemeinsam mit den Eltern wünscht.
    2. die personelle Ausstattung der Schulen auf 105% des Solls der Lehrerinnen und Lehrer zu steigern, um dem Unterrichtsausfall wirkungsvoll begegnen zu können. Unser Ziel ist, dieses zu einer Unterrichtsgarantie weiterzuentwickeln und die Vertretungsreserven so auszustatten, dass Vertretung in der Regel durch zusätzliche Lehrkräfte sichergestellt wird.
    3. die pro Schülerin und Schüler verausgabten Mittel schrittweise auf den hierfür von den anderen Stadtstaaten durchschnittlich veranschlagten Betrag anzuheben. Damit werden wir u.a. den sich auf eine dreiviertel Milliarde Euro belaufenden Sanierungsstau an den Gebäuden und in der Ausstattung unserer Schulen schnellstmöglich zurückführen, denn auch die Lernumgebung hat einen Einfluss auf die Lernqualität. Der Sanierungsbedarf der Schulen in Bremerhaven ist zusätzlich zu berücksichtigen.
    4. der frühkindlichen Bildung einen völlig neuen Stellenwert zu geben, um individuelle Chancen und schulische Qualität zu stärken. Dazu werden wir die sprachliche Förderung früher als bisher beginnen, das letzte Kita-Jahr konsequent für eine vorschulische Vorbereitung nutzen und mit der Kostenfreiheit des Kita-Besuches das Ziel einer möglichst hohen gesellschaftlichen und sozialen ‚Reichweite‘ und ‚Nutzungsbreite‘ verbinden.
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  1. Aber klar ist auch: Die Einsicht, dass sich schulische Qualität und die Gerechtigkeit im Bildungswesen Bremens verbessern müssen, waren schon Grundlage und Bestandteil der Bildungskonsensvereinbarung von 2008. Dass beides nicht erreicht wurde, zeigt, dass wir nicht in erster Linie ein ‚Erkenntnisproblem‘, wohl aber ein ‚Umsetzungsproblem‘ haben. Die Realisierung der Ziele und Vorgaben der 2018 zur Verlängerung des Bildungskonsenses geschlossenen Vereinbarung werden wir durch ein engmaschiges und regelmäßiges Controlling sicherstellen. Dazu werden wir darauf abgestimmte Zielvereinbarungen mit jeder einzelnen Schule ausrichten, der wir gleichzeitig eine auf Verlässlichkeit und daran orientierte Ausstattung garantieren werden. Die Bildungsbehörde werden wir stringent entsprechend ihrer Führungs- und Unterstützungsaufgaben so organisieren, dass sie besser als bisher die Realisierung der Schwerpunktziele, z.Tl. unter veränderten Rahmenbedingungen wie der Digitalisierung, begleiten und sicherstellen kann: Verbesserung der schulischen Qualität, mehr Chancengerechtigkeit sowie gesellschaftliche Integration und bestmögliche individuelle Förderung, möglichst in einem inklusiven Rahmen.
  1. Dazu gilt: Die Verbesserung schulischer Qualität ist für uns auch eine Gerechtigkeitsfrage, denn insbesondere Kinder aus problembelasteten sozialen Bereichen sind auf ein leistungsfähiges öffentliches Schulwesen angewiesen. Dabei haben wir dafür gesorgt, dass dieses an klaren Zielen überprüft werden kann: Wir wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre in den überregionalen Kompetenzvergleichen mindestens den Durchschnittswert der Stadtstaaten erreichen. Mit dem schulischen Abschluss muss Ausbildungs- und/oder Studierfähigkeit im Wettbewerb mit Absolventen aus anderen Bundesländern verbunden sein. Wir werden deshalb eine Qualitätsoffensive mit gebündelten Maßnahmen umsetzen. Dazu gilt es
    1. die Gründung des unabhängigen Bremischen Institutes, das die Schulen bei Entwicklung und Umsetzung von schulischer Qualität konkret unterstützt, schnellstmöglich zu realisieren
    2. ein kontinuierliches ‚Kompetenzmonitoring‘ zu etablieren, das, basierend auf den bereits existierenden Vergleichstest, individuelle und schulische Leistungseinschätzungen erlaubt,
    3. die Funktion der Schulleitungen als ‚Qualitätsmanager‘ ihrer Schulen besonders zu betonen und die hierfür notwendigen Freiräume durch zusätzliche Entlastungsstunden zu schaffen,
    4. fachfremd erteilten Unterricht in den Schulen deutlich zurückzuführen, sowie
    5. die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer verbindlicher als bisher zu gestalten.
  2. Wirkungsvolle Qualitätsentwicklung beginnt in einer guten Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Sie wird ergänzt, insbesondere bei Seiteneinsteigern, durch eine kontinuierliche Weiterbildung, deren Verbindlichkeitsgrad wir erhöhen wollen. Dabei stellen Zuwanderung und Inklusion, insbesondere aber veränderte Rahmenbedingungen z.B. durch die Digitalisierung oder die Ganztagsbeschulung tiefgreifend veränderte Anforderungen an Kompetenzen und Berufsbild. Wir wollen das Bildung zum ‚Schrittmacher‘ dieser gesellschaftlichen Veränderungen wird. Wir wollen, dass Bildung diesen Entwicklungen nicht ‚hinterherläuft‘, sondern an die Spitze der Bewegung kommt. Wir wollen, dass sich Lehrerinnen und Lehrer nicht länger allein gelassen fühlen in der Bewältigung dieser Herausforderungen. Wir werden deshalb die Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Bremen und Bremerhaven mehr als bisher darauf ausrichten. Wir wollen, dass hierbei Kompetenzträgerinnen und -träger aus Wirtschaft und Wissenschaft eingebunden werden und durch einen Austausch gewährleisten, dass die neusten Erkenntnisse fachliche und pädagogische Standards in der Bremischen Aus- und Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer bleiben.
  3. Bildungspolitische Qualität und gute Rahmenbedingungen dazu hängen für die Schulen nicht zuletzt von einer zeitgerechten und vorausschauenden Planung sowie der bedarfsgerechten Verfügbarkeit von geeignetem Schulraum ab. Unsere Schulen müssen besser als bisher in die Lage versetzt werden, sich auf beabsichtigte Veränderungen einzustellen. Insbesondere in der Schul-Standortplanung (z.B. hinsichtlich der Zuweisung von Schülerinnen und Schülern, aber auch zu beabsichtigten Veränderungen z.B. in den Bereichen ‚Inklusion‘, ‚Ganztag‘ oder ‚Infrastruktur‘) und in der personellen Disposition ist Transparenz und Planbarkeit nicht nur für den Erfolg in der Sache wichtig, sondern auch für die Akzeptanz bei Schulleitungen, Kollegien, Eltern und Schülerinnen und Schülern. Zur rechtzeitigen Planung und für die Akzeptanz von Veränderungen ist auch die Entwicklung einer auf gegenseitigem Vertrauen basierenden und ‚auf Augenhöhe‘ geführten Kommunikation zwischen Bildungsbehörde und Schulen notwendig. Anders werden (tiefgreifende) Entwicklungen, z.B. zur schulischen Qualität oder zur offensiven Nutzung digitaler Mittel, nicht zu realisieren sein. Dazu werden wir die Verlässlichkeit und Transparenz der behördlichen Planungen verbessern, Prozesse und Strukturen hier auf den Prüfstand stellen und ggf. verändern und eine auf Gemeinsamkeit beruhende Kultur der Kommunikation mit den Schulen und Beteiligten entwickeln. Insbesondere müssen die Planung und Realisierung von Schulneubauten sowie die Sanierung oder bauliche Veränderung von schulischer Infrastruktur deutlich beschleunigt und effizienter gestaltet werden. Hierzu sind nicht nur personelle und strukturelle Veränderungen bei Immobilien-Bremen notwendig. Wir wollen die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden deutlich verbessern, Planungsverfahren beschleunigen, Vorschriften entschlacken und straffen, modulare Schulbauweise wo möglich realisieren und, wenn organisatorisch und finanziell sinnvoll, private Partner beteiligen.
  4. Wir wollen die einzelnen Schularten stärken und in ihrer Profilierung weiterentwickeln. Dazu werden wir
    1. flächendeckend ein Ganztagsangebot schaffen, dass im Ergebnis auch hält was es verspricht. Jedem Kind wollen wir einen Ganztagsschulplatz anbieten können. Dazu werden wir die Schulen personell und infrastrukturell so ausstatten, dass eine auch pädagogisch qualitativ hochwertige ganztägige Beschulung – nach unserer Auffassung vorzugsweise in gebundener rhythmisierter Ausgestaltung – an die Stelle von aktuellen Formen der Ganztagsbeschulung tritt, die Phasen von bloßer innerschulischer Betreuung beinhalten. In einem aufwachsenden Verfahren, jahrgangsweise mit der ersten Klasse ab dem Jahr 2020 beginnend, wollen wir die Umgestaltung der Grundschulen vorantreiben, wenn der Wille von Schulen und Eltern dem nicht entgegensteht. Anschließend und schnellstmöglich wollen wir den Oberschulen, zunächst solchen ohne Oberstufe, die Möglichkeit zur Ganztagsbeschulung geben. Zwischen den Kitas und den Schulen wollen wir inhaltlich und organisatorische Durchgängigkeit und gesicherten Anschluss organisieren, was die Effektivität des Lernens und die Planbarkeit der Betreuung deutlich erhöhen und langfristig sicherstellen wird. Ganztagsschule wollen wir darüber hinaus in die Gesellschaft hineinentwickeln, indem wir insbesondere im Nachmittagsunterricht eine enge Verbindung mit Musikschulen, Sportvereinen und anderen Bildungsträgern anstreben. Gemeinsam mit den anderen Bundesländern werden wir uns für einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz einsetzen.
    2. die frühkindliche Bildung und Sprachstandfeststellung so ausbauen und in die erste Kita-Phase vorziehen, dass ein Nachteilsausgleich möglichst frühzeitig beginnen kann. Das Ziel ist dabei die verbesserte Schulfähigkeit, unabhängig von Wohnort und Herkunft des Kindes. Dazu wird der Besuch der Kita im letzten Jahr vor der Einschulung verbindlich.
    3. die Oberschulen, Gymnasien und Oberstufen insbesondere hinsichtlich ihrer Verantwortung für Ausbildungs- und Studierfähigkeit stärken. In den Oberschulen wollen wir dazu die Berufsorientierung weiter ausbauen und den handlungsorientierten Unterricht stärken, um die Schülerinnen und Schüler besser als bisher auf die Chancen und Herausforderungen der dualen und der schulischen beruflichen Ausbildung vorzubereiten. Wir wollen mehr Wertschätzung für berufspraktisches Wissen und Können auch in den allgemeinbildenden Schulen. Spiegelbildlich dazu muss die gymnasiale Bildung stärker auf ein anschließendes Studium vorbereiten, dazu mehr Sicherheit bei der Fächerwahl gewährleisten und besser als bisher im Hinblick auf die fachlichen und persönlichen Kompetenzen vorbereiten. Dazu ist mehr Lernzeit erforderlich, auch um Wettbewerbsnachteile gegenüber Studentinnen und Studenten aus anderen Bundesländern zu vermeiden. Wir werden deshalb die Voraussetzungen dafür schaffen, um auch an den durchgängigen Gymnasien zu einer dreizehn jährigen Schulzeit (von ‚G8‘ zu ‚G9‘) zurückkehren zu können. Auf diese Weise wollen wir eine einheitliche neunjährige Schulzeit bis zum Abitur und damit den ‚Wert‘ der allgemeinen Hochschulreife (auch) als Zugangsvoraussetzung für ein Studium im Bundesmaßstab sichern und entwickeln.
grundschule
  1. Für eine leistungsorientierte Bildung und eine frühzeitige individuelle Förderung sind Rückmeldung und Bewertung unerlässlich. Wir wollen eine frühzeitigere Ergänzung der bisherigen Leistungsbewertung durch Ziffernnoten ab Jahrgangsstufe drei. Wir wollen darüber hinaus eine verbesserte Förderung insbesondere in der Grundschule. Grundlagen einer erfolgs- und zielorientierten Schule müssen nach unserer Auffassung schon in der Primarstufe gelegt werden. Dem widerspricht z.B. die Methodik ‚Lesen durch Schreiben‘ (auch bezeichnet als: ‚Schreiben nach Gehör‘). Wenn nach der vierten Klasse kein für den Besuch der Sekundarstufe I erfolgversprechendes Kompetenzniveau insbesondere im Schreiben, Rechnen und Lesen vorhanden ist, wollen wir in der Grundschule verbindlich wahrzunehmende individuelle Förderung durch zusätzliche Lernzeit einführen. Die Kapazitäten in den Grundschulen werden wir dazu zusätzlich schaffen. Darüber hinaus muss es eine sichtbare Wertschätzung von besonderen Begabungen geben: Dazu werden wir nicht nur ein ‚ReBuZ‘ (Regionales Beratungs- und Unterstützungszentrum) mit einer spezialisierten Kompetenz zur Diagnostik schaffen, sondern in Bremen und Bremerhaven an mindestens je einer Oberschule und an einem durchgängigen Gymnasium schrittweise auch einen Zug für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen einrichten.
  1. Geistiges, handlungspraktisches und motorisches Lernen gehören zusammen. Bewegung, insbesondere im Sportunterricht, unterstützt sowohl die körperliche wie die kognitive Entwicklung. Wir halten deshalb an dem Ziel fest, perspektivisch die dritte Sportstunde zu realisieren. Wir wollen, insbesondere in der Ganztagsschule, die Einbindung von (Sport-) Vereinen erleichtern und, wo möglich, zum gegenseitigen Nutzen ausweiten. Insgesamt wollen wir Inhalte stärken, die lebenspraktisch relevant sind und die eine eigenständige und verantwortungsvolle Lebensführung vorbereiten helfen. Hierzu gehören z.B. der Umgang und die Verarbeitung von Material etwa im Werk- oder Kunstunterricht oder auch Kenntnisse zur verantwortungsbewussten Nutzung und Zubereitung von Lebensmitteln mit dem Ziel einer gesunden Ernährung.
  2. Schulische Bildung muss zu wettbewerbsfähigen Abschlüssen führen, denn spätestens in Ausbildung und Studium treten die Absolventen unserer Schulen in die Konkurrenz zu denen anderer Bundesländer oder auch anderer Nationen. Die ständige Verbesserung und Erhaltung der Ausbildungs- und Studierfähigkeit sind deshalb bedeutsame Ziele, die sich mehr als bisher an den Erfordernissen und Anforderungen der beruflichen und hochschulischen Praxis orientieren müssen. Dieses zu gewährleisten ist insofern keine grundlose ‚Erschwernis‘, sondern im Gegenteil eine Verantwortung gegenüber unseren Kindern und ihrer Zukunft. Wir werden deshalb in der Definition von Bildungszielen, in der Gestaltung curricularer Grundlagen und prüfungsbezogener Standards für mehr Verbindlichkeit, Klarheit und Orientierung, auch im Interesse der Lehrkräfte, sorgen.
  3. Schulen in schwierigen gesellschaftlichen Bereichen unserer Städte haben unser besonderes Augenmerk. Sie tragen durch soziale Herausforderungen, durch die verstärkte Zuwanderung und die eingeführte Inklusion besondere Belastungen, die zu bewältigen ein besonderes gesamtgesellschaftliches Anliegen sein muss. Die dort pädagogisch tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, seien es Lehrerinnen und Lehrer, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Mitarbeiter in pädagogisch unterstützenden Bereichen der ‚ZuP’s‘ (Zentren für unterstützende Pädagogik) und der ‚ReBuZ’e‘ verdienen unsere besondere Wertschätzung. Wir werden besonders darauf achten, dass eine personelle Stärkung insbesondere dort ‚ankommt‘.
  4. Bildung in Kita und Schule ist in besonderem Maße von Wertschätzung und Förderung der in diesen Bereichen tätigen Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrerinnen und Lehrer abhängig. Wertschätzung muss konkreter als bisher werden. Dieses ist auch von elementarer Bedeutung für eine erfolgreiche Nachwuchswerbung in einem Arbeitsmarkt, der zunehmend von überregionaler Konkurrenz geprägt ist. Dazu werden wir u.a
    1. die Bezahlung aller hier Tätigen konsequent so bemessen, dass sie mindestens dem bundesweiten Durchschnitt entspricht,
    2. in einem ersten Schritt die Besoldung der Grundschullehrinnen und Grundschullehrer auf A13 anheben,
    3. die Attraktivität hinsichtlich Besoldung und Eigenverantwortung von Schulleitungen so stärken, dass die Bewerbung für Funktionsstellen wieder attraktiver wird,
    4. eine Kommission einrichten, die sich mit den Belastungen des ‚Arbeitsplatzes Kita und Schule‘ befasst und präventive Maßnahmen zur Reduzierung insbesondere vor (stressbedingten) Langzeiterkrankungen erarbeitet,
    5. die Regelungen zum sog. ‚Seiteneinstieg‘, unbeschadet unserer Auffassung, dass die originäre pädagogische Ausbildung der Schwerpunkt der Nachwuchsgewinnung bleiben muss, flexibilisieren und dabei die pädagogische Eignung, Ausbildung und/oder Weiterbildung als Voraussetzung auch zukünftig sicherstellen,
    6. den Beruf der Erzieherin und des Erziehers aufwerten und die dualisierte Ausbildung dieses Berufsfeldes weiter ausbauen,
    7. durch verbesserte Fort- und Weiterbildung das berufliche Fortkommen von Lehrerinnen und Lehrern systematischer und besser als bisher vorbereiten.
  5. Berufliche Schulen leisten einen (häufig unterschätzten) Beitrag nicht nur zur beruflichen Ausbildung und damit zur wirtschaftlichen Prosperität, sondern mit ihrer intensiven sprachlichen Förderung von Zugewanderten aktuell auch einen beachtlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration. Uns liegt die Stärkung der beruflichen Bildung in Bremen und Bremerhaven, insbesondere in ihrer dualen Variante, besonders am Herzen. Wir werden dazu nicht nur den gegebenen Personalbedarf gemeinsam mit den Schulen sicherstellen. Wir werden konsequenter als bisher die Ausstattung dieser Schulen und der Ausbildungswerkstätten am technologischen Fortschritt in der ‚realen Welt der Unternehmen und Betriebe‘ orientieren. Für die dringend notwendigen Investitions- und Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudesubstanz sowie die Modernisierung der technischen Ausstattung werden wir ein Sonderprogramm ‚Berufsschulen‘ auflegen. Wir werden veränderten gesellschaftlichen Bedingungen, die sich auch in den beruflichen Schulen wiederspiegeln, durch eine verbesserte Ausstattung im Bereich Schulsozialarbeit Rechnung tragen. Darüber hinaus werden wir Erfahrungen und Expertise dieser Schulen hinsichtlich ‚Selbstständigkeit von Schulen‘ im Personalbereich und in der Verantwortung für finanzielle Mittel nutzen und nach Möglichkeit auf (größere) allgemeinbildende Schulen übertragen. Auch zur Sicherstellung kurzer Wege in der beruflichen Bildung werden wir das derzeitige Angebot in Bremen und Bremerhaven in der grundsätzlich für beide Städte bewährten Struktur erhalten. Wichtig sind uns insbesondere die ‚Übergänge‘, an denen niemand verloren gehen darf: Dazu werden wir nicht nur die Jugendberufsagentur weiter und flächendeckend ausbauen. Wir wollen auch anregen, gemeinsam mit Kammern, Innungen und Schulen ein Fach ‚berufliche Orientierung‘ zu schaffen, das die berufliche Vorbereitung insbesondere in den Oberschulen stärken soll.
  1. Inklusion ist ein wichtiges gesellschaftliches und damit auch bildungspolitisches Ziel. Für uns bleibt das Gelingen von Inklusion aber an Bedingungen geknüpft: Wir treten erstens für eine Umsetzung von Inklusion da ein, wo die personellen und die räumlichen Bedingungen vorhanden sind. Und wir wollen zweitens eine schulartenspezifische Entwicklung von Inklusion, die die Kinder nach ihren Fähigkeiten pragmatisch in den Schulalltag so weit wie möglich integriert und mitnimmt. Gleichzeitig möchten wir bestehende Förderschulstrukturen aufrechterhalten. Wir wollen eine Inklusion, die die Schulen beteiligt, die von einem gemeinsamen Entwicklungsprozess getragen ist und die am Ende die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt. Wir werden dazu die Eigenanstrengungen Bremens und Bremerhavens insbesondere in der Ausbildung von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen deutlich ausweiten. Und wir wollen die Schulen durch tatsächliche Sicherstellung der persönlichen Assistenz entlasten. Hierzu sind z.B. Verlässlichkeit in der Ausstattung und mehr persönliche Kontinuität beim Übergang von Kita zur Schule wesentliche Beiträge.
inklusion
  1. Bildung ist in unserem föderalen System weitgehend Ländersache und damit wesentlicher Teil unserer durch die Selbständigkeit gegebenen Eigenverantwortung. Die Akzeptanz ist für uns aber davon abhängig, dass ein Wettbewerb zum gegenseitigen Nutzen und zu einem faireren Vergleich führt. Aus unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen dürfen keine unterschiedlichen Chancen für Kinder erwachsen und aus unterschiedlichen Strukturen darf keine Unübersichtlichkeit werden. Aus unterschiedlichen Bildungsstrukturen dürfen zukünftig auch keine Einschränkungen der beruflichen Mobilität mehr entstehen. Wir unterstützen daher Bemühungen, durch weitergehende Rechte des Bundes Spielräume für mehr bildungspolitische Qualität und Gemeinsamkeiten zu gewinnen. Wir wollen durch mehr Kooperation der norddeutschen Länder einen sichtbaren Beitrag dazu leisten, indem wir die Gründung einer gemeinsamen Institution anregen werden, die nicht nur in Richtung von ‚mehr Gemeinsamkeit‘ arbeitet, sondern die durch Synergieeffekte Vereinfachungen und mehr Transparenz schafft und am Ende auch finanzielle Mittel spart. Dazu soll die länderübergreifende Einrichtung handlungsorientiert Erfahrungen bündeln und insbesondere
    1. gemeinsame Ziele für schulische Standards und Inhalte entwickeln sowie durch ein perspektivisch gemeinsames Monitoring und vergleichbares Prüfungswesen sicherstellen,
    2. die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer so vereinheitlichen sowie durch überregionale Expertise unterstützen, dass der quantitative Bedarf gemeinsam befriedigt wird und die Qualifikationsanforderungen so gestaltet werden, dass Lehrerinnen und Lehrer immer überall unterrichten können und dürfen,
    3. schulische Strukturen empfehlen, die über Ländergrenzen hinweg anschlussfähig und transparent sind, und
    4. Impulse für Innovationen an den Schulen z.B. in der Digitalisierung geben.
  2. Die Digitalisierung ist für unsere Schulen gleichzeitig Herausforderung und Chance. Wir wollen sie nutzen, um Bremen zu einem führenden Standort innovativer Bildung zu machen. Dieses bedeutet keine Abkehr von bewährten Methoden oder Inhalten, sondern eine wichtige Ergänzung der Kulturtechniken. Digitalisierung ist dabei kein bloßer ‚Inhalt‘ oder ‚Fach‘, sondern zum einen ein methodisches Unterrichtsmerkmal, das Unterrichtsgestaltung, Materialien und Kommunikation verändern wird und nach unserer Auffassung schon in der Grundschule spielerisch eingeführt werden sollte. Digitalisierung kann Lernen darüber hinaus unabhängiger machen von Raum und Zeit sowie Prüfungen und Dokumentation vereinfachen. Dazu werden wir in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften einen Schwerpunkt bei Lehrmethoden legen, die digitale Mittel systematisch nutzen und einbeziehen. Wir wollen kooperative (digitale) Lernnetzwerke in den Kollegien fördern, die die Zusammenarbeit und das Voneinander-Lernen unterstützen und die Schulen so zu ‚Lernenden Organisationen‘ entwickeln. Dazu gehört auch, das Management und die Organisation der Schulen mit Hilfe digitaler Methodik auf eine neue zeitgerechte Grundlage zu bringen. Unterrichts- und Personalplanung, schulinterne und –externe Kommunikation z.B. zu den Eltern, schnelle Vertretungsregelungen oder ein für die Beteiligten transparentes digitales Klassenbuch müssen erste Schritte sein, die weit schneller praktisch umgesetzt werden sollen, als das bisher beabsichtigt ist. Diese Entwicklung darf beim Klassenbuch aber nicht enden, sondern muss sich über die gesamte Schulinfrastruktur entfalten: Angefangen bei flächendeckendem WLan, unterstützendem Personal bis hin zu einer modernen Raum- und Arbeitsausstattung. Wir wollen die Überschaubarkeit Bremens in diesem Sinne für eine schnelle Entwicklung nutzen. Bildung in Bremen muss ein Schrittmacher der Digitalisierung und damit ein Standortfaktor werden. Dabei werden wir die Chancen und Möglichkeiten des ‚Digital-Paktes‘ konsequent nutzen und sicherstellen, dass alle Kinder unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund an digitaler Lehrmethodik teilhaben können.
  3. Lesen, Schreiben, Rechnen, Programmieren. Digitales Fachwissen und Kenntnis von modernen Programmiersprachen sind wichtige Grundlagen für die Zukunft. Daher soll das Thema ‚Computing‘ fester Bestandteil des Fächerkanons werden. Ähnlich wie eine Fremdsprache sollen Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig grundlegende Kenntnisse vom Programmieren vermittelt bekommen. Diese Grundlagen helfen, ein besseres Verständnis für Technologie und Software zu erlangen. Sie helfen zu verstehen, wie etwas funktioniert. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten sind in unserer digitalisierten Welt eine zunehmend wichtige Kernkompetenz.
  4. Bildung ist zudem durch Internationalisierung gekennzeichnet. Wir wollen, dass Schulen außerschulische Lernorte offensiv nutzen. Wir halten es für notwendig, dass Schulen lebenspraktisch orientiert sind und so ‚auf das Leben‘ vorbereiten. Wir wollen dazu
    1. den sinnvollen Einbau von digitalen Kommunikationsmitteln in den Unterricht und den Aufbau kritischer Medienkompetenz,
    2. die offensive Nutzung des Erasmus-Programms, denn Europa und seine Menschen sind nicht nur ein Teil unserer Identität, sie sind auch immer selbstverständlicher Dimension unseres Denkens und Handelns,
    3. regelmäßige Besuche von- und Exkursionen zu anerkannten außerschulischen Lernorten (z.B. Gedenk- und Kultureinrichtungen, aber auch allgemein- und landwirtschaftliche Betriebe) mehr für den Unterricht nutzen und dieses für die Lehrkräfte organisatorisch vereinfachen,
    4. wir wollen, dass externe Träger von Kompetenz und Erfahrung z.B. aus Wirtschaft, und Handwerk mehr als bisher ihr Wissen in der schulischen Unterrichtspraxis einbringen können,
    5. Schulen ‚hin zum Stadtteil‘ öffnen und eine Nutzung für andere Träger der Bildung oder auch der Kultur ermöglichen mit dem Ziel, Schulen verstärkt zu Orten der Begegnungen und des Miteinanders werden zu lassen, und
    6. in einen freiwilligen Ehrenamtstag einbezogen werden, an dem Ehrenamtliche in den Schulen ihre Arbeit vorstellen und/oder Schülerinnen und Schüler ehrenamtliche Wirkungsstätten besuchen.
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  1. In Zeiten von wachsender Unsicherheit internationaler politischer Systeme, zunehmend nationalistischen Strömungen und dem Erstarken von antieuropäischen Stimmen möchten wir den Bereich der politischen Bildung in Schulen langfristig stärken. Aus diesem Grund sollen zukünftig Projekte wie zum Beispiel „Die Juniorwahl“, „Jugend debattiert“ und „Demokratisch Handeln“ finanziell langfristig vom Land Bremen unterstützt werden.
  2. Die Wahrnehmung externer oder innovativer Bildungsangebote durch alle Schülerinnen und Schüler darf nicht am Geld scheitern. Wir werden die Schulen so ausstatten, dass niemand aus finanziellen Gründen von der Nutzung digitaler und analoger Unterrichtsmedien sowie der Teilnahme an Klassenaktivitäten ausgeschlossen wird.   Wir wollen hierfür aber auch die Lehrerinnen und Lehrer entlasten. Die entstehenden Kosten  bei der Organisation, Begleitung und Teilnahme an schulinternen wie -externen Unterrichtsvorhaben wollen wir mit fünfzig Euro pro Monat steuerfrei pauschal erstatten.
  1. Viel zu wenig beachtet ist, dass das schulische System nicht nur aus öffentlichen, sondern auch aus Schulen in nicht öffentlicher Trägerschaft besteht. Für uns leisten die Schulen in freier Trägerschaft mit ihrem qualitativ hochwertigen Angebot einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag nicht nur zur schulischen Versorgung in Bremen und Bremerhaven, sondern sind auch Motor von pädagogischer Entwicklung und Innovation. Darüber hinaus ist wertzuschätzen, dass die Eltern nicht nur einen finanziellen Beitrag zur schulischen Bildung ihrer Kinder leisten, sondern der schulische Alltag häufig ohne ihr ehrenamtliches Engagement gar nicht zu gewährleisten wäre. Wir werden dafür Sorge tragen, dass die öffentliche Unterstützung dieser Schulen so bemessen wird, dass Bestand und Entwicklung gewährleistet bleiben. Im Rahmen der finanziellen Besserstellung der öffentlichen Schulen werden wir die Schulen in nichtöffentlicher Trägerschaft entsprechend beteiligen.
  2. Lebenslanges Lernen ist längst Teil der Wirklichkeit in sich schnell verändernden Lebenswelten. Dabei ist nicht der Umfang des Angebotes die beherrschende Frage, sondern dessen Unübersichtlichkeit für die Menschen durch Fragmentierung und Unübersichtlichkeit. Wir wollen gemeinsam mit den Trägern der zunehmenden Bedeutung dieses Bildungsbereiches durch mehr Transparenz und Nutzerfreundlichkeit Rechnung tragen. Wir wollen die bedarfs- und zielorientierte Weiterentwicklung von Weiterbildung verbessern, indem wir durch veränderte Förderung dazu Freiräume und Rahmenbedingungen schaffen. Hierzu bedarf es nach unserer Auffassung eines Systems der Qualitätssicherung, das die Wirkung von Weiterbildungsangeboten z.B. im Beruf, aber auch im gesellschaftlichen, politischen oder ehrenamtlichen Umfeld mit in den Blick nimmt. Insbesondere bedarf es einer Strategie für den Fort- und Weiterbildungsbereich zum Komplex ‚Digitalisierung‘, die wir mit den Betroffenen auf den Weg bringen werden. Diese muss einerseits die Chancen der Digitalisierung für die Fort- und Weiterbildung selbst entwickelt und andererseits dieses ‚Thema‘ für die Nutzer zukunftsorientiert und transparent aufbereiten. Hierbei müssen auch Strukturen in der Trägerlandschaft von entsprechenden Angeboten hinsichtlich Effektivität und auskömmlicher Förderung berücksichtigt werden.